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Schilddrüsenüberfunktion bei Hunden: Ursachen, Symptome & richtige Ernährung

Wie äußert sich eine Schilddrüsenüberfunktion beim Hund? Wie entsteht diese Störung und in welchem Zusammenhang steht sie mit der Ernährung? Lese hier alle wichtigen Infos über Ursachen, Symptome und Nahrung.

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?

Bevor wir uns der Symptome, Ursachen und Ernährung widmen, geben wir dir einen kurzen Einblick in die Aufgaben der Schilddrüse. Bei der Schilddrüse handelt es sich um ein Organ, das sich im Halsbereich befindet. Es ist zwar recht unscheinbar und dennoch von Bedeutung. Die Schilddrüse nimmt nämlich Einfluss auf nahezu alle Organe. Sie produziert Schilddrüsenhormone, die als T3 und T4 bezeichnet werden. In den Follikeln (Zellkomplexen) der Schilddrüse bilden sich die Hormone aus Jod und Aminosäuren. Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen (Eiweißen).

Diese Hormone sind für verschiedene Stoffwechselkreisläufe relevant. Es würde nun den Rahmen an dieser Stelle sprengen, ins Detail zu gehen. Schauen wir uns kurz die Aufgaben der Schilddrüsenhormone an:

  • Sie spielen in allen Körpergeweben eine Rolle
  • Die Hormone steuern das Wachstum und regulieren das Haarwachstum
  • Schilddrüsenhormone lenken die Produktion der Talgdrüsen
  • Durch sie wird mehr Wärme erzeugt
  • Sie erhöhen die Produktion von Enzymen in der Leber und dem Fettstoffwechsel
  • Die Hormone sorgen für einen schnelleren Transport der Nahrung
  • Schilddrüsenhormone nehmen Einfluss auf den Stoffwechsel von Mineralstoffen und Vitaminen
  • Sie beeinflussen die Herzfrequenz
  • Beim Kalziumstoffwechsel spielen die Hormone der Schilddrüse eine Rolle

Es gibt noch weitere Funktionen der Schilddrüsenhormone. Daran erkennst du, wie wichtig sie sind und dass sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse einiges im Organismus durcheinander bringen kann.

Symptome bei einer Schilddrüsenüberfunktion beim Hund

Die Symptome sind nicht besonders eindeutig, denn die Anzeichen können ebenfalls auf andere Krankheiten hinweisen, beispielsweise auf eine Magen-Darm-Krankheit, auf andere Erkrankungen des Stoffwechsels oder auf eine Herzerkrankung. Dazu kommt das langsame Fortschreiten einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Somit gewöhnen sich die meisten Hundehalter an die Verhaltensveränderungen des Tieres. Erst wenn der Gewichtsverlust zu extrem wird oder der Umgang mit dem veränderten Verhalten zu schwierig wird, holen sie sich Hilfe.

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann sich durch folgende Anzeichen zeigen:

  • Gesteigerter Appetit, wobei der Hund nicht zunimmt und im späteren Verlauf massiv an Gewicht verliert
  • Erhöhtes Durstgefühl
  • Häufiger Absatz von Kot und Urin
  • Empfindlichkeit gegenüber Hitze
  • Fell wirkt stumpf und fettig
  • Erhöhter Herzschlag, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion beim Hund verändert sich auch das Verhalten. Der Vierbeiner ist nervös, unruhig, oft hyperaktiv und häufig zeigt er ebenfalls ein aggressives Verhalten.

Ursachen für eine Überfunktion der Schilddrüse

Bei Hunden liegt die Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion fast immer in Tumoren. Manchmal führt auch eine Behandlung einer Unterfunktion zu einer Überfunktion, wenn die Dosis der Medikamente zu hoch ist.

2. Dezember 2022

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Schilddrüsenüberfunktion und die Ernährung

Obwohl eine Schilddrüsenüberfunktion beim Hund wesentlich seltener als eine Schilddrüsenunterfunktion vorkommt, konnten Tierärzte in Hessen bei manchen Tieren erhöhte Werte feststellen. Wie auf der Seite tierpraxis-hanau.de zu lesen ist, hatten die betroffenen Hunde eine Gemeinsamkeit: Sie wurden gebarft. Bei 50 Prozent der Vierbeiner waren die Symptome bereits gravierend. Als Maßnahme wurde eine Umstellung auf ein fertiges Futter durchgeführt. Wie sich zeigte, normalisierten sich die Blutwerte innerhalb von 14 Tagen. Damit verschwanden ebenfalls die Symptome wie Aggressivität, Unruhe, starkes Hecheln und Herzrasen.

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann somit auch von einer übermäßigen Ernährung mit rohem Fleisch kommen. In dem Fall ist von einer alimentär bedingten Schilddrüsenüberfunktion die Rede. Sie hängt mit der Fütterung von Schlund zusammen. Mit Schlund nimmt dein Hund vermehrt Hormone der Schilddrüse auf und das kann eine Hyperthyreose auslösen.

Wie lässt sich eine Schilddrüsenüberfunktion beim Hund behandeln?

Bei einer tumorbedingten Überfunktion erfolgen in der Regel chirurgische Maßnahmen. Dabei werden entweder Teile der Schilddrüse oder das komplette Organ entfernt. Als Folge dieser Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion beim Hund sind Medikamente notwendig. Der Vierbeiner benötigt sein Leben lang eine Hormonersatztherapie. Gleiches gilt nach der Bestrahlung von Tumoren. Als begleitende Therapie können homöopathische Mittel zum Einsatz kommen. Diese sollten auf den Hund individuell angepasst sein. Für die Kontrolle der Schilddrüsenwerte ist zu einer regelmäßigen Blutkontrolle zu raten.

Vorsicht beim Barfen!

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion spielt das Futter eine große Rolle. Vor allem beim Barfen besteht ein Risiko, zu viel Fleisch zu füttern, das mit Schilddrüsenhormonen belastet ist. Futterhändler bieten für Haustiere häufig Stichfleisch an. Das sind die Fleischstücke, an denen beim Schlachten in das Tier gestochen wurde, also am Hals und in die Brust. Genau dort befinden sich größere Schilddrüsenhormon-Mengen. Auch Halsfleisch und Kehlköpfe sind Quellen für diese aktiven Hormone.

Die Wirkung der Hormone erhöht sich mit dem Einfrieren des Fleisches. Die verstärkte Aktivität bleibt auch dann erhalten, wenn das Fleisch anschließend erhitzt wird. Es ist individuell unterschiedlich, wie viel zusätzliche Schilddrüsenhormone ein Hund verträgt. Um eine Überfunktion zu vermeiden, solltest du auf Fleischmischungen mit Kehlkopf und Halsfleisch sowie auf Stichfleisch verzichten. Oder du fütterst es lediglich ab und zu. Mit einem hochwertigen Nassfutter gehst du auf Nummer Sicher. Das Problem mit dem erhöhten Risiko durch mit Schilddrüsenhormonen belastetem Fleisch entsteht eher beim Barfen.

FAQ Schilddrüsenüberfunktion beim Hund

Juckreiz ist eher ein Anzeichen bei einer Schilddrüsenunterfunktion, bei der es zu Haut- und Fellveränderungen kommt.

Du musst nicht unbedingt auf Barf verzichten, aber du solltest dir viel Wissen aneignen, damit du deinen Hund gesund ernährst. Außerdem ist es dir zu empfehlen, auf Fleischstücke zu verzichten, die Schilddrüsenhormone enthalten. Dazu gehört vor allem Schlund.

Da die Überfunktion der Schilddrüse bei Hunden in der Regel von Tumoren verursacht ist, solltest du beim leisesten Verdacht einen Termin beim Tierarzt vereinbaren. Ansonsten kann sich der Krebs weiter ausbreiten und zum Tod führen. Zudem sind die Symptome einer Schilddrüsenstörung für deinen Vierbeiner immer sehr unangenehm und belastend.

Die Symptome sind eher unspezifisch. Bei folgenden Anzeichen solltest du die Schilddrüse deines Hundes untersuchen lassen:

  • Erhöhter Appetit
  • Gewichtszunahme
  • Vermehrtes Trinken
  • Gehäuftes Absetzen von Urin und Kot
  • Hitzeempfindlichkeit
  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder erhöhter Herzschlag
  • Stumpfes, fettiges Fell
  • Unruhe und Nervosität
  • Hyperaktivität
  • Oftmals aggressives Verhalten

Meistens ist die Ursache ein Tumor. Es kann jedoch ebenfalls möglich sein, dass der Hund eine Unterfunktion hat und die Medikamenten-Dosierung zu hoch ist – wodurch eine Überfunktion ausgelöst werden kann.

Liegt die Ursache in einem Tumor, wird entweder die komplette Schilddrüse oder ein Teil davon chirurgisch entfernt. Andere mögliche Behandlungsmethoden sind Bestrahlungen und als Begleittherapie homöopathische Mittel. Der Hund benötigt in jedem Fall sein Leben lang Medikamente.

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