19 mögliche Gefahren beim BARFen & wie du sie vermeidest

Die Fütterungsform BARF wurde bereits vor rund 20 Jahren entwickelt. Sie steht im Zeichen der Philosophie, den Hund entsprechend den Ernährungsgewohnheiten seines nächsten Verwandten, dem Wolf, anzupassen. Nun hast du womöglich bereits über die 5 größten Irrtümer übers BARFen im Ratgeber gelesen. Was aber sind mögliche Gefahren, die davon ausgehen können und wie sind diese zu vermeiden? Wir haben hier nun einige wichtige BARF Tipps für dich.

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1. Mangel oder Überversorgung durch falsche Zusammenstellung

Die einseitige Ernährung ist die wohl größte Gefahr, wenn es um die Fütterungsform BARF geht. Und das einfach aus dem Grund, weil die einzelnen Zutaten selbst zusammengestellt werden müssen. Im besten Fall geschieht das im Hinblick auf den Tagesbedarf des Tieres. Andernfalls musst du damit rechnen, dass dein Tier leider früher oder Später gewisse Mangelerscheinungen aufweisen wird. Genauso kann es aber auch zu einer Überversorgung kommen und das wäre schließlich zu viel des Guten.

Die häufigsten Fehler, die in diesem Zusammenhang passieren, sind die folgenden beiden:

  • Da der Mensch selbst sein Fleisch lieber mager hat und dies dann irrtümlicherweise bei seinem gebarften Haustier beibehält, wird zu wenig Fett an den Hund verfüttert. Dies braucht er aber durch die darin enthaltenen Fettsäuregehalt. Jene Inhaltsstoffe werden in Energie umgewandelt. Wie du diesen Fehler am besten umgehst, erfährst du im Ratgeber über Fleisch für Hunde.
  • Genauso kommt es aber auch immer wieder vor, dass der Hund zu wenig Innereien verfüttert bekommt. Hier herrscht ein Missverständnis bezüglich für den Hund negativer Schlachtabfälle vor, denn nicht alles, was für die menschliche Nahrung als nicht unverwendbar gilt, ist für den Hund automatisch ebenfalls ungeeignet. Pansen beispielsweise sind höchst wertvoll für die Tiere, doch entwickeln sie einen extremen Eigengeruch. Verfütterung daher möglichst in gut durchlüfteten Räumen zu empfehlen!

2. Verletzung durch Knochen

Knochen enthalten wichtige Mineralien und sind daher für eine ausgewogene und insbesondere artgerechte Hundeernährung unerlässlich. Bei der falschen Vorbereitung können sie jedoch splittern und das erhöht das Risiko von lebensgefährlichen Verletzungen für den Hund! Damit sollen vor allem Röhren- oder Hühnerknochen aufgrund ihrer Splittergefahr nicht verfüttert werden.

Beachte bei Knochen: keine tragenden Knochen und auch keine gekochten im BARF verarbeiten!

Wichtig ist daher, dass keine gekochten Knochen an den Hund verfüttert werden. Sie dürfen ausschließlich roh sein. Zudem solltest du keine tragenden Knochen für die Mahlzeit deines Vierbeiners nutzen, denn sie sind in der Regel zu hart. Auch hier besteht Verletzungsgefahr, da die Zähne aus dem Hundegebiss sogar abbrechen könnten. Das gilt insbesondere bei größeren Beutetieren, also dem Pferd, Rind oder auch von einem Lamm.

Was gilt als tragender Knochen? Hierzu zählen in erster Linie die Beinknochen. Hast du beispielsweise einen Schenkelknochen, dann gib deinem Hund ruhig die Gelenkköpfe davon, entsorge jedoch das harte Mittelstück.

3. Tödliche Bakterien

Clostridium botulinum ist einer von vielen bakteriellen Giftstoffen, die sich in Fleisch festsetzen können und für den Hund meist tödliche Folgen haben. Allerdings bilden sie sich nur, wenn Fleisch unter Luftabschluss auftaut. Sprich, wenn du zunächst vakuumverpackte Fleischstücke aus deinem Gefrierfach holst und sie auftauen lässt, ohne sie zuvor auszupacken. Dem kannst du ganz einfach entgegenwirken, indem du die Verpackung stets entfernst und die jeweilige Portion Min einer großen Schüssel auftauen lässt.

Beachte unbedingt: Temperatureinwirkungen nehmen auf die Bakterienbildung keinen Einfluss. Es macht daher also keinen Unterschied, ob das Auftauen unter Luftabschluss in Raumtemperatur oder gekühlt erfolgen würde!

4. Vergiftung durch falsche Zutaten

Dass Schokolade und Kaffee für Hunde so ungesund ist, dass es bei Verzehr im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann, dürfte dir klar sein. Sowas zählt einfach zum schnellen 1×1 der Hundehaltung. Was aber ist noch möglicherweise giftig für dein Tier? Füttere ihm keinesfalls Avocado, Zwiebelgewächse, Trauben, Nüsse, Kohl oder Hülsenfrüchte.

Wenn du auf der Suche nach Obst und Gemüse bist, das du deinem Vierbeiner zum BARFen zubereiten kannst, sieh dich ruhig im Ratgeber dazu um.

5. Verdauungsbeschwerden durch zu viele Eier

BARF-Eier
Pro Woche solltest du deinem Hund nur zwei bis drei Eier verfüttern.

Zwei- bis maximal drei Eier pro Woche gelten als allgemein empfohlene Dosis in der Rohkostfütterung. Während du immer auf das Alter der Eier achten solltest, ist auch eine Kenntnis über die einzelnen Bestandteile davon sehr wichtig für dich. So sorgt zu viel rohes Eiweiß dafür, dass durch die darin enthaltenen Stoffe Trypsininhibitoren und Avidin die Verdauung blockiert wird. Das führt letzten Endes dazu, dass wichtige Nährstoffe nicht richtig verarbeitet werden könnten. Verdauungsbeschwerden und auch Mangelerscheinungen können die Folgen sein.

  • Am besten gibst du deinem Hund gar kein rohes Eiklar ins Futter, während Dotter und Schale im Mixer püriert werden können.
  • Hartgekochte Eier sind kein Problem. Sie sind sogar sehr gut für deinen Hund, da sie eine große Menge Aminosäuren enthalten, die den Muskelaufbau stärken.

Der Frischetest kann mit einem Glas Wasser durchgeführt werden. Liegt das Ei, ist es ganz frisch. Stellt es sich am Boden auf, gelangt es allmählich an die Grenze. Schwimmt es nach oben und hält es sich an der Oberfläche, so ist es nun ungenießbar – für Mensch wie Tier.

6. Überversorgung von Vitamin A

Zu den Gefahren der BARF-Fütterung zählt auch die Überversorgung von Vitamin A. Zwar sind Innereien, wie zuvor erwähnt, gut für deinen Hund. Gibst du ihm zu viel Leber, stellen sich aber Nebenwirkungen bei ihm ein. Denn hierbei handelt es sich um ein Organ, das äußerst reich an A-Vitamin ist.

Zunächst ist ein starker Juckreiz zu bemerken, der sich dadurch äußert, dass sich der Vierbeiner immer häufiger kratzt. Auch Fell kann dadurch büschelweise verloren gehen, was einerseits mit der andauernden Hautreizung und andererseits den zu vielen A-Vitaminen im Organismus zu tun hat. Irgendwann können auch Magenverstimmungen mit Übelkeit und Erbrechen, sowie Bewegungsstörungen aufgrund von nicht umkehrbarer Knochenveränderungen eintreten. Hier sprechen wir aber schon von möglichen Langzeitfolgen, die durch zu viel Vitamin A passieren können.

7. Übergewicht durch zu viele Kohlenhydrate

Die Nahrung bei gebarften Tieren sollte einen pflanzlichen Anteil von 30% aufweisen. Es kommt zu einer Überlastung von Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse. Viele Krankheiten bei Hunden entstehen aufgrund eines zu hohen Kohlenhydratanteil im Futter. Aus diesem Grund sollten Hunde nur sehr wenige pflanzliche Bestandteile über die Nahrung aufnehmen.

Beim BARF wie auch bei der Auswahl deines bevorzugten Nassfutters richtest du dich daher nach dem Prinzip der Beutetierfütterung. Pflanzliche Inhaltsstoffe müssen sich bereits im Organismus des Beutetiers befinden und werden über diesen aufgenommen.

8. Über- oder Unterversorgung von Energie

Wenn ein Kaltschnauzer an Unter- oder Übergewicht leidet, ist nicht immer die BARF-Ernährung der Grund dafür. Dennoch fällt es vielen Hundebesitzern am Anfang schwer, die richtige Menge an Futter einzuschätzen. Am einfachsten ist es, wenn das jeweilige Gewicht des Hundes herangezogen wird und sich an die Empfehlung für diese Gewichtsgruppe gehalten wird. Anschließend muss beobachtet werden, wie und ob sich die Figur des Tieres verändert.

Sobald sich eine Veränderung feststellen lässt, muss die Futtermenge neu angepasst werden. Dabei sollte außerdem bedacht werden, dass der Fettgehalt der verschiedenen Fleischsorten verschieden ist. Pferdefleisch ist sehr mager, während Lamm ein sehr fettes Fleisch ist.

Darüber hinaus gibt es viele Leckerlis, die sich bei übermäßiger Fütterung an den Hüften des Hundes ansetzen werden. Die industriell hergestellten Leckerlis enthalten meist sehr viel Zucker. Durch getrocknete Pferdelunge oder Dorsch-Nuggets können die figurunfreundlichen Leckereien problemlos ersetzt werden.

9. Aujeszky-Virus durch rohes Schweinefleisch

Auch bekannt als Pseudowut handelt es sich beim Aujeszky-Virus um eine Herpeserkrankung. In Deutschland fällt dieser unter Tierseuchen. Seine hohe Gefahr rührt daher, dass die daraus entstehende Krankheit einen tödlichen Verlauf nimmt. Das lässt sich dadurch vermeiden, dass du das an deinen Hund verfütterte Schweinefleisch immer gut durchkochst und so keine rohen Stellen zurückbleiben.

BARF-Schweinefleisch
Das gefährliche Aujeszky-Virus kommt in rohem Schweinefleisch vor.

10. Vorherrschendes Proteinungleichgewicht

Ein gefährliches Proteinungleichgewicht sorgt dafür, dass der Organismus des Tieres auf alternative Energiequellen zugreifen muss. Er beginnt, Muskeln abzubauen, bis schließlich sogar das eigene Herz angegriffen wird. Zudem werden Stoffwechselprodukte dabei erzeugt, die den Körper ungemein belasten. Man nennt diese auch biogene Amine. Durch verschiedene Studien konnte bislang sogar nachgewiesen werden, dass es sich um krebserregende Körperstoffe handelt.

Ein solches Ungleichgewicht geschieht immer dann, wenn der Körper rein mit magerem Fleisch gefüttert wird.

Ebenso ungesund ist es, wenn der Mahlzeit insgesamt zu viel Gemüse hinzugefügt wird. Denn zu viele Ballaststoffe behindern die Verdaulichkeit von Eiweißen. Das hat zwar keine unmittelbare Auswirkung auf den Proteinhaushalt, gesund ist es aber trotzdem nicht.

Besonders im Welpenalter ist Proteinmangel ein erhebliches Risiko, da dadurch eine Unterentwicklung entstehen kann. Sprich, es könnten sich Fehlbildungen zeigen, die zu irreparablen Schäden am Körper führen.

11. Hygienemangel

Es ist immer sehr wichtig, dass entsprechende Hygiene eingehalten wird. Dazu gehört, dass der Hund nicht direkt nach der BARF-Mahlzeit seinen Besitzer oder andere Lebewesen abschleckt und der Futterplatz möglichst unerreichbar für Kleinkinder ist. Selbstredend sollten keine Futterreste aus seiner Schüssel mit menschlicher Nahrung in Berührung kommen.

Im Geschirrspüler können alle Behältnisse gemeinsam gewaschen werden, denn diese Maschine ist selbsterklärend darauf ausgelegt, Keime und Bakterien möglichst rückstandslos zu entfernen.

12. Keime und Bakterien im rohen Fleisch

Immer wieder ist es das Hauptargument von Kritikern der Rohfütterungsmethode BARF, dass Fleisch krankmachende Keime enthalten soll. Bakterien, wie E.coli und Salmonellen (dazu nachfolgend noch Näheres) werden immer wieder ins Feld geführt. Schwangere und kleine Kinder, die mit dem Hund im selben Haushalt leben, seien besonders gefährdet. Aber was ist da wirklich dran?

Interessant ist hier die Studie der Universität Utrecht. 35 Rationen Rohfutter wurden im Zuge der Studie über Zoonotische Bakterien und Parasiten im Rohfutter für Hunde und Katzen einem ausgiebigem Test unterzogen. Es ist nicht groß überraschend, dass hier tatsächlich bakterielle Belastungen und Parasiten (in diesem speziellen Fall waren es Würmer) gefunden wurden. Aber es kann nicht einfach unterm Strich die alleinstehende Quintessenz gezogen werden, dass Rohfütterung automatisch eine Gefahr für Hund und Halter darstellt.

BARF-Bakterien-und-Keime-in-rohem-Fleisch

Zunächst einmal zu den Ergebnissen im Detail:

  • coli wurde in 8 Proben gefunden; 23 % aller kontaminierten Proben
  • AB-resistente E.coli wurden in 28 Proben gefunden; 80 % aller kontaminierten Proben
  • Listerien wurden in 15 Proben gefunden; 43 % aller kontaminierten Proben
  • Listeria monocytogene wurden in 19 Proben gefunden; 54 % aller kontaminierten Proben
  • Salmonellen wurden in 7 Proben gefunden; 20 % aller kontaminierten Proben

Dass rohes Fleisch nicht keimfrei und damit keinesfalls ungefährlich ist, sollte uns doch nicht weiter überraschen. Nicht grundlos ist eine entsprechende Küchenhygiene auch in der Zubereitung für unsere eigenen Mahlzeiten von so hoher Wichtigkeit. Gemüse sollte zum Beispiel nie auf demselben Brett und nicht mit demselben Messer bearbeitet werden, auf dem zuvor rohes Fleisch gelegen hat.

Kommen wir am besten gleich zum nächsten Punkt; den Salmonellen.

13. Salmonellen in Rohkost

Entgegen der allgemeinen Annahme, dass sich Salmonellen nur in Eiern befinden können, treffen wir diese Bakterien eigentlich pausenlos an. Sie befinden sich in unserer Umwelt und damit im Wasser, auf Pflanzen und im Boden. Natürlich gehören auch Fleisch und Eier zu den am häufigsten kontaminierten Lebensmitteln, die damit im Zusammenhang stehen.

Eine gewisse Menge an Salmonellen können Hund wie auch Mensch schadlos ertragen. Wird es allerdings zu viel, so können sich Infektionen breitmachen. Das verhält sich bei allen Lebewesen so.

Interessant zu wissen: Der Magen-Darm-Trakt des Hundes ist wesentlich kürzer als der des Menschen. Das macht seine Magensäure äußerst aggressiv, was dazu führt, dass sich Infektionen im Organismus des Vierbeiners noch schwerer ausbreiten können, als im menschlichen Körper. Ist damit allerdings die Sorge um Salmonellen völlig hinfällig? Nein, man sollte schon ein wenig darauf achten, dass gewisse (zuvor schon beschriebene) Hygienemaßnahmen getroffen werden. Außerdem gibt es gezielte Wege, um Salmonellen denkbar zu dezimieren:

  1. Das Fleisch wird auf mindestens -18°C eingefroren, falls es nicht innerhalb von zwei Tagen verarbeitet bzw. aufgebraucht wird.
  2. Die Tauflüssigkeit wird entsorgt und nicht mitgefüttert.
  3. Das Fleisch wird auf über 70°C erhitzt. Hierbei werden allerdings auch viele Mineralien und Vitamine entzogen, das Fleisch wird für die Mahlzeit sozusagen „leer“.

14. Parasiten in rohem Fleisch

Alle guten Dinge sind drei; die Gefahren, welche immer mit rohem Fleisch in Verbindung gebracht haben, enden nicht bei Keimen und Bakterien. Auch Parasiten, nämlich die Sarkosporidien, kommen immer wieder in diesen Lebensmitteln vor. Es handelt sich dabei um fiese Einzeller, die schmerzhafte Muskelzysten bilden. Nicht zu verwechseln mit Giardien.

Um das zu vermeiden, ist eine einwandfreie Qualität des Fleisches wichtig, genauso wie eine entsprechende Hygiene.

Wer aufgrund dieser möglichen Erkrankungen jedoch die BARF-Fütterung außen vor lässt, schützt sein Tier nicht automatisch vor jenen Parasiten. Denn betroffene Hunde scheiden die Parasiteneier, welche im Darm entwickelt werden, durch den Kot aus. Andere Hunde, die nun mit diesem in Berührung gelangen, können diese wieder auf Mensch und Tier übertragen. Ein ewiger Kreislauf, der also nur möglicherweise, aber nicht ausschließlich von BARF ausgelöst wird.

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Die Qualität und auch die Hygiene sind besonders wichtig, wenn rohes Fleisch verfüttert wird.

15. Schlechte oder unklare Herkunft vom Fleisch

Bei all den Gefahren, die von rohem Fleisch ausgehen können, beginnen die Vorsichtsmaßnahmen natürlich schon bei der Bezugsquelle. Bereits die Schlachtung der jeweiligen Tiere sollte durch Mitarbeiter des zuständigen Veterinäramts kontrolliert werden. Dabei ist wichtig, dass das Fleisch auf seine Lebensmittelqualität hin geprüft und für menschlichen Verzehr als geeignet eingestuft wurde. Denn dann kannst du sichergehen, dass auch wirklich ein harter Qualitätsmaßstab durchgesetzt wird. Doch bedenke, dass es einige Fleischquellen gibt (darunter fallen auch viele Innereien), die nach solchen Maßstäben nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind bzw. als nicht geeignet gelten. Ganz pauschal darfst du hier also nicht nach reinem Schwarz-/Weiß-Prinzip einkaufen.

Lies dir gerne durch, welches Fleisch besonders wertvoll für deinen Hund sein kann!

16. Transport und Aufbewahrung von Fleisch

Dass du Fleisch nie unter Abschluss von Luft auftauen solltest, ist bereits klar. Wie sieht es aber mit Transport und Lagerung aus? Auch hier gibt es einiges zu beachten.

Im Grunde verhält es sich nicht anders, wie mit der Lagerung von Fleisch für den eigenen Gebrauch. Eine ausreichende Kühlung (bei mindestens -18°C) ist notwendig, um Salmonellen, Keime und andere Erreger entweder stark zu dezimieren oder sie sogar komplett daran zu hindern, sich auszubreiten. Wichtig ist dabei aber auch die Kühlkette, die möglichst nicht unterbrochen werden sollte. Kaufst du Fleisch, im Supermarkt, sollte dieses immer erst möglichst zum Schluss im Einkaufswagen landen – selbst, wenn du dafür nochmal einen Umweg im Markt machen musst. Zum Transport sollte es sofort in eine Kühlbox gelegt werden, die im besten Fall mit Kühlbatterien ausgestattet wurde.

Auch, wenn du das Fleisch online beziehst und dir das Frostfleisch direkt nach Hause geliefert wird, ist das beizubehalten. Da diese Produkte allerdings meist in Thermoboxen verschickt bzw. geliefert werden, ist es ein Leichtes, sie sofort im Tiefkühlfach unterzubringen. Wichtig ist, dass du hier immer den schnellstmöglichen Versand wählst. Umso mehr Tiefkühlgut du übrigens dann bestellst, desto höher ist die Chance, dass es nicht antauen kann. So kühlt sich das Fleisch nämlich gegenseitig.

Für den Fall X, dass die Kühlkette zu stark unterbrochen wurde: Sollte das Fleisch stark angetaut bei dir ankommen oder ist die Verpackung aufgebläht, hast du zwei Möglichkeiten. Setze dich bei großen Mengen mit dem Lieferanten in Verbindung bzw. mit demjenigen, bei dem das Fleisch gekauft wurde, um Ersatz zu bekommen. Bei kleineren Mengen ist es möglich, sie sofort aufzubrauchen – und das solltest du nun auch tun, der Gesundheit zuliebe.

17. Thiaminase im Fisch

Von Thiaminase hast du vielleicht schonmal gehört. Es handelt sich dabei um ein Enzym, das Vitamin B1 (auch Thiamin genannt) außer Kraft setzt. Pferde und Hunde haben in diesem Punkt eine Sache gemeinsam; sie können dieses Vitamin selbst in ihrem Dickdarm bilden, doch meist in zu wenigen Mengen, als dass es zur Bedarfsdeckung ausreichen würde.

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Thiaminase im Fisch kann Vitaminmangel verursachen.

Bekommt dein Hund nun also Futter, in dem sich Thiaminase befindet, würde das einen Vitaminmangel verursachen. Nicht alle Fische enthalten dieses Enzym, doch stimmt die umhergehende Annahme nicht, dass nur Süßwasserfische davon betroffen wären und marine Arten nicht. Es gibt keine Eselsbrücke in dem Sinn, du musst also tatsächlich die Fischsorten kennen, die jenes Enzym nicht in ihrem Kreislauf haben. Dazu zählen unter anderem der Kabeljau, der Seelachs, die Makrele und auch der Rotbarsch.

Eine genaue Liste von Fischen, die du deinem Hund bedenkenlos verfüttern kannst, findest du im Ratgeber über Fleisch für Hunde.

Es macht im Übrigen keinen Unterschied, ob der Fisch zuvor eingefroren oder auch gekocht wurde. Das Enzym lässt sich nicht zerstören.

18. Schilddrüsenüberfunktion durch zu viel Jod

Geht es um zu viel Jod, so stehen immer der Schlund und Kehlkopf der zu verarbeitenden Tiere im Mittelpunkt. Zuvor hast du ja bereits erfahren, dass dein Hund neben reinem Muskelfleisch auch immer ausreichend Innereien gefüttert bekommen soll. Dabei ist bei zwei Körperteilen des Beutetiers besonders Acht zu geben:

  • Der Schlund darf nur gelegentlich verfüttert werden. Er selbst besitzt nicht so viel Jod, aber im Körper liegt er direkt neben der Schilddrüse; und die wird dadurch in der Regel mitverarbeitet. Dasselbe gilt auch für Schlundfleisch, wobei es sich hier für gewöhnlich um reine Muskulatur und damit ausschließlich der Speiseröhre handelt. Knorpel oder Schilddrüsengewebe sollten hier nicht mitverarbeitet worden sein. Im Zweifelsfall einfach in der jeweiligen Fleischerei erkundigen!
  • Im Gegensatz zum reinen Schlund verfügen Kehlfleisch und Kehlkopf über sehr viel Jod. Der Kehlkopf gilt als beliebter Kauspaß, während der Kehlfleisch viele Knorpel beinhält, dafür aber relativ fettarmes Fleisch ist. Es eignet sich daher als guter sporadischer Snack, aber nicht zur dauerhaften Fütterung.

19. Mangelerscheinungen durch fehlende Zusätze

Damit es nicht dazu kommt, dass am Ende irgendeine Mangelerscheinung bei deinem geliebten Vierbeiner auftritt, gibt es ein paar Dinge im Zusammenhang mit den Zusätzen zu beachten. Betrachte die nachfolgenden Punkte daher ruhig als Cheatsheet zum BARFen; oder als kleines 1×1 dazu.

Fleisch und Öle

  • Rohes Fleisch, Innereien und Knochen bilden die Grundlage beim Barfen. Doch sind sie in der Regel ausgeblutet und ausgespült, sodass wichtige Inhaltsstoffe fehlen.
  • Öle sind besonders wichtig, da sie dem Tierorganismus ungesättigte Fettsäuren, sowie wertvolle Omegasäuren liefern. Besonders pflanzliche Öle und Lachsöl dürfen in deiner BARF-Küche nicht fehlen!

Obst, Gemüse, Kräuter und Getreide

  • Gemüse liefert in fein pürierter Form wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Aber auch Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe bekommt der Hund so in seinen Organismus.
  • Ebenso sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralstoffe werden durch Algen Es gibt verschiedenste Sorten davon, womit du viel Abwechslung reinbringen kannst!
  • Bierhefe liefert dem Hund Folsäure und auch Biotin.
  • Kräuter sind, genauso wie Kräutermischungen, Lieferanten von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Hinzu kommt, dass auch sie sekundäre Pflanzenstoffe mitbringen, die dein Hund benötigt, um gezielt auf Verdauung, Fell und Organe einzuwirken. Lies dir dazu auch ruhig den Ratgeber über Kräuter für Hunde durch, da kannst du dir eine Menge Detailwissen zu diesem Thema aneignen.
  • Grünlippmuschelfleischmehl ist ein Mittel aus der Homöopathie, auf welches Hundebesitzer mittlerweile sehr oft schwören. Es dient zur Vorbeugung von Gelenkschäden und ist wichtig, wenn es um den Knorpelaufbau geht. Ob und wie viel du davon allerdings einsetzen solltest, hängt vom täglichen Bedarf deines Tieres ab. Zur Grundausstattung beim BARFen gehört die Grünlippmuschel nicht.
  • Getreide sind zwar wichtige Energielieferanten und Sattmacher, doch sind nicht alle von ihnen geeignet, da der Hund schnell an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden beginnt. Besonders wichtig ist zum Beispiel Reis zum BARFen!

Wusstest du das schon? Zwar sind unverdauliche Bestandteile in zu hohen Maßen für den Hund ungesund, aber einen kleinen Anteil davon braucht er trotzdem, um seine Verdauung in Gang zu bringen!

Weiterführende Links & Studien zum Thema