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Füttere ich meinem Hund zu viel Eiweiß? Mögliche Symptome & wie man einen Überschuss verhindert

Hunde benötigen Eiweiß, damit sie gesund und munter bleiben. Allerdings muss sowohl die Proteinmenge als auch die Zusammensetzung der Eiweiße stimmen, damit der gesundheitliche Effekt zum Tragen kommt. Zu viel Eiweiß belastet die Entgiftungsorgane. Lese hier, wie du einen Eiweißüberschuss erkennst und wie du ihn vermeiden kannst.

Welche Anzeichen treten bei einem Überschuss an Eiweiß auf?

Ein Überschuss an Eiweiß ist oft nicht direkt erkennbar. Meistens leiden diese Hunde an häufigen Durchfällen. Außerdem ist die Darmflora fehlbesiedelt, das weitere gesundheitliche Probleme nach sich zieht. Durch ein Zuviel an Eiweiß wird die Leber stark belastet. Lässt du die Blut- und Urinwerte deines Hundes kontrollieren, werden bei einem Proteinüberschuss die Werte erhöht sein. Des Weiteren kann sich ein Eiweißüberschuss durch eine Polyurie (erhöhte Harnmenge) und Polydipsie (erhöhte Wasseraufnahme) bemerkbar machen.

Wissenswertes über die Verdauung von Proteinen

Jedes Protein (Eiweiß) setzt sich aus Aminosäuren zusammen. Damit der Körper Eiweiß aus der Nahrung verdauen kann, muss er es zunächst in seine Bestandteile zerlegen. Im Anschluss setzt der Organismus die einzelnen Aminosäuren auf andere Art zusammen, sodass der Körper das Eiweiß verwerten kann. Der hauptsächliche Teil des Zerlegungsprozesses findet im Mitteldarm statt. Dort erledigen Verdauungsenzyme die Arbeit. Ein Teil der Proteine wird im Enddarm von Darmbakterien in Aminosäuren abgebaut.

Bei diesem Prozess bilden sich Abbauprodukte wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Bekommt dein Hund zu viel Eiweiß, ist das aufgrund der Abbauprodukte eine hohe Belastung für den Organismus. In dem Fall benötigt der Körper viel Energie für die Entgiftung der Leber. Das ist vor allem für Hunde mit Leberbeschwerden sowie für Hundesenioren problematisch.

23. September 2022

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Der Eiweiß-Stoffwechsel genauer erklärt

Die Eiweiße gelangen mit der Nahrung in den Darm, wo Enzyme die Proteine in Aminosäuren zerlegen. Die Darmzotten geben einen Großteil der Aminosäuren ins Blut ab und über das Blut werden sie in die Leber transportiert.

Die Aminosäuren werden in der Leber für verschiedene Zellen wie Haare, Muskeln und Haut aufbereitet und zusammengebaut. Der Rest, der nach der Synthese keine Verwendung mehr findet, wird über den Blutkreislauf in die Nieren befördert. Die Nieren filtern schließlich alles heraus, was  nicht gebraucht wird. Die Ausscheidung der Reste erfolgt in erster Linie über den Urin und in kleinen Mengen über den Kot, die Haut und das Fell.

Darüber hinaus baut der Organismus aus Eiweißen einige Sekrete und Enzyme, die in den Darm gelangen. Im Darm werden sie teilweise verdaut oder in Ammoniak umgeändert. Letzteres wird in den Blutkreislauf abgegeben. Bei einem ungünstigen Eiweiß-Stoffwechsel entwickelt sich eine zu große Menge an Ammoniak, sodass es zu einer Ammoniak-Vergiftung kommen kann.

 

6 Anzeichen für einen Mangel an Eiweiß

Ein Eiweißmangel ist genauso schädlich wie ein Eiweißüberschuss. Für Hundehalter ist ein Mangel besser und schneller zu sehen, als die Folgen eines Überschusses. Falls dein Hund zu wenig Protein bekam, erkennst du das an einem brüchigen, stumpfen Fell und an Gewichtsverlust. Des Weiteren können folgende Beschwerden durch einen Eiweißmangel auftreten:

  • Blutarmut
  • Skelettschäden
  • Schäden am Gelenkknorpel
  • Bei Welpen bildet sich zu viel Körperfett und sie sind träge.

So kannst du ein Zuviel an Protein verhindern

Je hochwertiger das Protein, desto besser kann der Hundekörper es verdauen und verwerten. Die Verdaulichkeit hängt davon ab, aus welchen Aminosäuren das Eiweiß besteht. Zudem kommt es ebenfalls auf die Verarbeitung des Futters an. Daneben wirken sich sowohl äußere Einflüsse wie Aktivität und Wetter als auch innere Einflüsse wie Alter, Stoffwechsel und Gesundheitszustand des Hundes auf die Verdaulichkeit von Eiweißen aus.

Ein hochwertiges, gut verdauliches Protein wird bereits zum größten Teil im Krummdarm (Illeum) verdaut. Dadurch stehen dem Organismus die Aminosäuren direkt zur Verfügung. Wird ein Eiweiß hauptsächlich erst im Dickdarm verdaut, müssen die Darmbakterien zuerst ihre Arbeit leisten, bevor der Körper die Aminosäuren erhält. In einem Hundefutter sollte sich somit nicht nur ein hoher Anteil an Protein befinden, sondern der Hersteller sollte zudem darauf achten, dass alle wichtigen Aminosäuren vorhanden sind und diese im korrekten Verhältnis zueinander stehen.

Wie viel Eiweiß benötigt ein Hund?

Der Proteinbedarf eines Hundes ist vom Alter, Aktivitätslevel und weiteren Faktoren abhängig. Deshalb können die folgenden Angaben nur als Richtlinien dienen. Ein gesunder, erwachsener Hund benötigt pro Kilogramm Körpergewicht mindestens zwischen 2 und 6 Gramm Rohprotein. Das bedeutet, dass sein Futter zu etwa 33 Prozent aus Eiweiß bestehen sollte. Ein Trockenfutter sollte zwischen 19 und 25 Prozent und ein Nassfutter zwischen 5 und 7 Prozent Rohprotein enthalten.

Der Hund kann tierische Eiweiße besser verwerten als pflanzliche Proteine. In billigem Hundefutter befinden sich jedoch oftmals mehr Eiweiße aus pflanzlicher statt aus tierischer Quelle. Pflanzliche Eiweiße sind günstiger, weshalb einige Hersteller darauf zurückgreifen. Damit dein Hund mit hochwertigen Proteinen und mit allen Aminosäuren versorgt wird, empfehlen wir dir ein Nassfutter mit einem hohen Anteil an tierischem Eiweiß.

Wusstest du, dass zu viele rohe Eier zu einem Biotinmangel führen können?

In einem Hühnerei befindet sich Avidin. Das ist eine Aminosäure, die den Biotin-Stoffwechsel blockieren kann – wenn dein Hund zu viele rohe Eier bekommt. Bei gekochten Eiern kann das nicht passieren, weil es dann zu einer Veränderung des Avidins kommt. Du kannst deinem Vierbeiner ruhig zwischendurch ein rohes Ei füttern. Gibst du ihm jedoch zu viele rohe Eier, kann der Organismus Biotin nicht mehr in ausreichender Menge aus den Futterbestandteilen absorbieren. Somit käme es zu einem Mangel an Biotin. Selbstverständlich sollte dein Hund ebenso nur ab und zu ein gekochtes Ei erhalten, denn ein Zuviel würde zur Verstopfung führen.

Wann ist der Eiweißbedarf eines Hundes erhöht?

Welpen haben einen höheren Proteinbedarf als ausgewachsene Hunde. Zudem benötigt eine trächtige oder laktierende Hündin mehr Eiweiß. Der Proteinbedarf steigt ebenfalls beim saisonalen Fellwechsel an. Daneben brauchen aktive Hunde sowie Arbeitshunde mehr Eiweiß. Nach Krankheiten können Whey Proteine für Hunde hilfreich sein. Das sind Milcheiweiße, die sich für den Muskelaufbau eignen.

FAQ zu Eiweiß-Überschuss beim Hund

Die Folgen eines Eiweiß-Überschusses sind für den Hundehalter nicht einfach zu erkennen, zumal die Symptome nicht sofort auftreten. Meistens leiden die Hunde häufig an Durchfall. Wenn du deinen Hund barfst, solltest du regelmäßig die Blutwerte kontrollieren lassen. Bei einem Überschuss an Eiweiß sind die Leberwerte erhöht. Darüber hinaus ist meistens die Darmflora gestört und diese Störung geht oftmals mit Symptomen wie Hautproblemen, Futtermittelallergien, Unverträglichkeiten, Leberkrankheiten und weiteren Beschwerden einher.

Der Hauptbestandteil von Haaren ist Keratin und das ist ein Protein. Während des Fellwechsels bildet der Organismus neue Haare, sodass der Bedarf an Protein erhöht ist. Beim Fellwechsel benötigt dein Vierbeiner übrigens nicht nur mehr Eiweiß, sondern auch Biotin, essentielle Fettsäuren, Zink und weitere Nährstoffe.

Welpen sowie tragende und säugende Hündinnen benötigen mehr Protein. Ein erhöhter Eiweißbedarf besteht ebenfalls bei Arbeitshunden und Hunden mit hohem Aktivitätslevel.

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