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Die Hirschlausfliege – was der Parasit mit deinem Hund anrichten kann

Vielleicht hast du dich auch schon einmal gewundert, dass dein Hund beim oder nach dem Spaziergang unruhig war, sich ständig am Rutenansatz knabberte oder sogar wie panisch flüchtete  und ein Versteck suchte? Dann könnte eine Hirschlausfliege deinen Vierbeiner attackiert haben und schier zum Wahnsinn treiben.

Hirschlausfliege oder die „Zecke mit Flügeln“

Bei der Hirschlausfliege handelt es sich um einen Ektoparasiten mit der Bezeichnung Lipoptena cervi. Die zwischen 5 und 7 Millimeter großen Insekten werden oftmals mit Zecken verwechselt. Hundehalter glauben, eine Zecke mit Flügeln hätte ihren Hund befallen. Es gibt jedoch keine fliegenden Zecken. Die Hirschlausfliege sieht auf dem ersten Blick dem Gemeinen Holzbock ähnlich. Hirschlausfliegen verfügen über ein Flügelpaar. Sobald sie sich auf einen Wirt niedergelassen haben, werfen sie ihre Flügel ab.

Diese Parasiten sind sehr flink und viel schneller als Zecken. Aus diesem Grund ist es schwierig, die Hirschlausfliegen im Fell des Hundes zu finden. Sie fliegen Wildtiere, Hunde, Pferde oder auch Menschen an, lassen sich auf dem Wirt nieder und werfen die Flügel ab. Anschließend beißen beziehungsweise stechen die Hirschläuse zu und saugen Blut.

Beliebte Wirte der Hirschlausfliegen sind eigentlich Hirsche, Rehe, Dachse und Wildschweine. Aufgrund des Klimawandels sind die Temperaturen angestiegen, wodurch es zur stärkeren Vermehrung von Parasiten kommt. Durch warme Winter steigt die Anzahl der Hirschläuse teils massenhaft an, sodass nicht nur Wildtiere, sondern auch Hunde, Pferde und Menschen attackiert werden.

2. Dezember 2022

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Woran erkennst du, dass dein Hund von einer Hirschlausfliege befallen wurde?

Viele Hunde reagieren sehr unruhig, nervös und manchmal sogar panisch. Sie springen plötzlich auf, beißen sich ins Fell und besonders oberhalb des Rutenansatzes. Manche Vierbeiner suchen ein Versteck. Die Parasiten befinden sich in erster Linie an Waldrändern, in Wäldern oder in Gebüschen. Wenn du noch keine Erfahrung mit ihnen gemacht hast, siehst du eventuell eine oder mehrere kleine Fliegen, über die du nicht länger nachdenkst. Später kann sich ein Befall einer Hirschlausfliege durch Juckreiz äußern, wobei das auch von anderen Parasiten herrühren kann. Die Parasiten stechen bevorzugt an haarlosen Stellen zu, beispielsweise am Innenschenkel oder am Bauch. Oft beißen sie auch am Rutenansatz zu.

Mögliche Folgen eines Bisses der Hirschlausfliege

Wurde dein Hund von einer Hirschlausfliege gebissen, kann der Biss beziehungsweise Stich Fieber, Entzündungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Der Stich ist äußerst schmerzhaft und häufig verfärbt sich die Bissstelle dunkelrot oder blau. Meistens zeigt sich ebenfalls eine Schwellung im Bissbereich. In manchen Fällen verursacht ein Biss von Hirschlausfliegen Pusteln.

Wie sieht die Therapie bei einer Attacke einer Hirschlausfliege aus?

Die meisten Hirschläuse tragen ein Bakterium mit sich. Es wird davon ausgegangen, dass Bartonella schoenbuchensis, so der Name des Bakteriums, Entzündungen und Juckreiz auslöst. In der Regel klingt der Juckreiz nach 14 bis 21 Tagen ab. Bei vielen Hunden zeigen sich nur leichte Symptome, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Andere reagieren jedoch mit stärkeren Beschwerden.

Kommt es zu einer Entzündung, wird mit einem Antiphlogistikum behandelt. Das ist ein entzündungshemmender Wirkstoff wie Kortison. Reagiert der Hund auf den Stich der Hirschlausfliege allergisch, verordnet der Tierarzt Antiallergika. Bei Fieber kommt ein Fieber senkendes Mittel zum Einsatz. Hat der Vierbeiner starke Schmerzen, kannst du dir von deinem Tierarzt ein Schmerzmittel geben lassen.

Bitte gebe deinem Hund kein Schmerzmittel wie Ibuprofen! Für Hunde ist Ibuprofen toxisch. Es kann zu Vergiftungen führen und sogar tödlich sein. Deshalb solltest du dir vom Tierarzt ein für Hunde geeignetes Schmerzmittel geben lassen.

Was kannst du als Hundehalter gegen Hirschlausfliegen tun?

Wenn du an oben genannten Anzeichen das Gefühl hast, dein Hund wurde von einem solchen Parasiten befallen, ist die schnelle Entfernung der Hirschlaus am besten. Das ist nicht so einfach. Wenn du mit deinem Vierbeiner bereits Erfahrungen mit diesen Blutsaugern gemacht hast, kannst du deinem Hund beibringen ruhig stehenzubleiben und zu dir zu kommen. Dann hast du die Möglichkeit, das Fell abzusuchen. Bist du fündig geworden, greife direkt mit deinen Fingernägeln zu, halte die Fliege gut fest und zerdrücke sie auf dem Boden. Das klingt fies, aber die Lausfliegen sind sehr zäh, halten viel aus und sind ruckzuck wieder im Fell deines Hundes verschwunden, wenn du nicht schnell genug bist.

Eine andere Möglichkeit ist ein Flohkamm, mit dem du deinen Hund gut kämmst. Allerdings musst du auch dann aufmerksam und schnell sein. Die Hirschlausfliege wirft zwar ihre Flügel ab. Sie versteckt sich jedoch äußerst flink und krabbelt erneut auf den Hund. Bei kurzhaarigen Hunden kann ein Klebeband helfen. Versuche damit die Fliege zu fangen, sodass sie auf dem Klebestreifen haften bleibt. Du kannst ebenfalls deinen Hund abduschen und mit Wasser die Hirschlausfliegen aus dem Fell spülen.

Meistens reicht es als Erste-Hilfe-Maßnahme aus, die Stichstelle zu kühlen. Damit linderst du gleichzeitig den Juckreiz. Entwickelt sich eine Entzündung, eine allergische Reaktion oder Fieber, musst du zum Tierarzt fahren.

Hirschlausfliegen können nur Kurzstrecken fliegen. Meide den Ort von Juli bis Oktober, an dem dein Hund von diesen Parasiten attackiert wurde. Wenn es möglich ist, gehe in dieser Zeit nicht durch Wälder oder in Gebieten mit vielen Büschen.

FAQ zur Hirschlausfliege

Auch Menschen werden hin und wieder von einer Hirschlausfliege befallen. Die Bisse können zu Hautausschlägen und Hauterkrankungen führen, für die das Bakterium namens Bartonella schoenbuschensis verantwortlich ist. Falls du nach einem Biss Fieber oder Hautausschlag bekommst oder die Bissstelle eitert, solltest du zum Arzt gehen.

In der Regel lässt sich die Hirschlausfliege nicht mit chemischen oder natürlichen Mitteln fernhalten, die sonst gegen Zecken und Flöhe zum Einsatz kommen. Auch Essig, Kokosöl und ähnliches halten Hirschlausfliegen nicht von ihren Attacken ab. Am besten kämmst du deinen Hund während der Hauptsaison im Sommer und Herbst nach jedem Spaziergang mit einem Flohkamm gründlich durch.

Hirschlausfliegen befallen eigentlich Hirsche, Rehe und andere Waldbewohner. Die Insekten sitzen in feuchten Zonen im Wald oder im Gebüsch. Die Hirschlausfliege ist vor allem im Sommer und Herbst aktiv.

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