Purinarmes Hundefutter – was bedeutet das und wann kommt es für meinen Hund in Frage?

Eine richtige Ernährung gilt als Vorsorge verschiedener Krankheiten, um diese zu vermeiden. Aber auch bei bestehenden Leiden ist es wichtig, eine korrekte Diät zu halten und die Einnahme der richtigen Lebensmittel zu beachten. Denn mit einer bewussten Ernährung können verschiedene Erkrankungen gemindert oder sogar geheilt werden. Diese Regel gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für unsere Haustiere. So zum Beispiel hast du einen Hund, der unter Leishmaniose leidet, musst du ganz besonders seine Nahrung der gegebenen Situation anpassen. In diesem Fall ist es wichtig, auf purinarmes Hundefutter zu setzen.

Was bedeutet Leishmaniose?

Hierbei handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die ihren Namen vom schottischen Tropenarzt William Leishman erhält. Es wird durch Stechmücken übertragen, indem diese sowohl Menschen als auch Hunde stechen, um sich vom Blut zu ernähren. In Europa befinden sich diese Mücken hauptsächlich im Mittelmeerraum. Jedoch erscheinen sie immer häufiger in Deutschland, was wir heute dem Klimawechsel zu verdanken haben. Aber auch ein Urlaub im Süden oder Kontakt mit jemandem, der im Süden war, kann dazu beitragen, dass dein Hund angesteckt wird, obwohl eine direkte Übertragung nicht so einfach ist.

Es können zwei Monate bis mehrere Jahre vergehen, bis die ersten Symptome der Krankheit nach einem Mückenstich auftreten. Ist dein Hund einmal infiziert, ist es schwierig, die Leishmaniose komplett zu heilen. Anhand einer richtigen Behandlung kannst du aber dazu beitragen, dass die Auswirkung der Infektion stark reduziert wird.

Bei der Leishmaniose werden die Parasiten beim Einstich direkt ins Blut übertragen. Dort ernähren sie sich dann von Purine, die sich im Organismus befindet. Außerdem misten sich die Leishmanien, die Parasiten, in den Gewebezellen ein. Einmal ansässig, vermehren sie sich und greifen langsam die Lymphknoten, sowie weitere Organe, an.

Wird die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert, so kann dein Hund damit mehrere Jahre leben, wenn er auch die korrekte Behandlung erhält.

Welche Symptome weist die Leishmaniose vor?

Leishmaniose-SymptomeDie Symptome können sehr unterschiedlich sein. Einige davon sind zum Beispiel:

  • Fieber
  • Durchfall
  • Haarverlust
  • schuppige Ausschläge oder Schwellungen an den Lymphknoten

Ferner kann übermäßiges Krallenwachstum ein Anzeichen sein, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Wird die Krankheit nicht behandelt, so kann es zu einem Nierenversagen kommen, was eine tödliche Auswirkung mit sich bringt. Daher ist es wichtig, dass du dein Haustier regelmäßig vom Tierarzt untersuchen lässt oder einfach selbst auf die Erscheinung der Symptome achtest. Vor allem, wenn du mit deinem Hund in Urlaub am Mittelmeer oder in einem der Südländer warst.

Ernährungsumstellung zu purinarmem Hundefutter – so geht‘s

Da sich die Leishmaniosen von Purinen ernähren, ist es durchaus wichtig, dass du die Ernährung deines Hundes auf eine purinarme Ernährung umstellst. Vor allem wenn dein Tierarzt, nach dem Diagnostizieren dieser Krankheit, deinem Hund Allopurinol verschreibt. Bei ihm, erhältst du auch genügend Auskunft über die entsprechende Ernährung, welche du ab sofort beachten solltest.

Was sind die Purine?

Das ist der Name welche die Biomoleküle, die sich im Körper befinden, erhalten. Sie sind die Bausteine der DNA. Diese sind notwendig für die Erbsubstanz, sowie für den Aufbau neuer Zellen. Purine kommen auch als Teil des Zellkerns in allen Lebensmitteln vor. Jedoch ist der Purininhalt in allen Produkten sehr unterschiedlich.

Warum ist es wichtig, dass dein Hund eine purinarme Ernährung einnimmt?

Das trifft nur oder vor allem auf Hunde zu, die unter der Infektionskrankheit Leishmaniose leiden. Die purinarme Ernährung steht im Zusammenhang mit der medikamentösen Behandlung von Allopurinol, welche dementsprechend vom Tierarzt verschrieben wird.

Dieses Medikament tarnt sich im Körper als Purin und wird so von den Parasiten, die sich davon ernähren, aufgenommen. Somit wird die Anzahl der Parasiten und deren Verbreitung im Körper stark reduziert. Da durch die Einnahme von Allopurinol die Bildung von Xanthinsteinen gefördert wird, muss diese Therapie von einer purinarmen Diät begleitet werden, um somit diese Nebenwirkung zu mindern.

Was heißt nun eine purinarme Nahrung?

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Purinarm = hochwertiges Eiweiß auf Futterquellen, die purinarm sind. Das wären zum Beispiel Muskelfleisch oder pflanzliche Lebensmittel.

Das bedeutet, wichtiges hochwertiges Eiweiß aus purinarmen Quellen zu gewinnen. Dies erreicht man durch die Einnahmen von Muskelfleisch, sowie aus pflanzlichen Lebensmitteln. Die Nahrung deines Hundes sollte so wenige Innereien wie möglich, oder sogar gar keine, enthalten, um dem Körper nicht noch mehr Purin zuzufügen.

Insektenprotein enthält kaum Purin und eignet sich somit für eine entsprechende Ernährung für dein Haustier.

Zu purinarmem Fleisch zählt auch das Kalbsherz und die Hühnerbrust ohne Haut, während im Bereich Gemüse Fenchel, Paprika, Salatgurke und Kartoffeln dazu gehören.

Auch Obst wie Rhabarber, Äpfel und Preiselbeeren sind wichtig für eine korrekte Mahlzeit. Ferner kannst du noch Eier, Nudeln, Reis und Hüttenkäse in die purinarme Diät mit einbeziehen.

Wie berechnet man den Purininhalt in den verschiedenen Lebensmitteln?

Die mathematische Formel, welche zu einer richtigen Orientierung führt, besteht aus 100 mg Purininhalt auf 100 g Nahrung. Je niedriger der Purininhalt, desto gesünder ist es für dein Hund. Dein Tierarzt kann dir dabei helfen eine Tabelle zu führen.

Welche Ernährungsmöglichkeiten gibt es für deinen Hund?

Hier gibt es verschiedene Varianten. Einerseits gibt es unterschiedliche Anbieter, die Hundefutter verkaufen. Jedoch steht nicht immer mit auf der Verpackung, welche Produkte mit drin sind oder ob die Nahrung arm an Purin ist. Bevor du dich für das eine oder andere Hundefutter entscheidest, vergewissere dich, ob es auch das Richtige für dein Haustier ist.

Das Hundefutter wird in zwei Gruppen eingeteilt: Trockenfutter und Nassfutter. Es wurden wissenschaftliche Studien durchgeführt, um zu ersehen, ob es einen Unterschied in der Verwendung der Nahrung macht. Die Studien erwiesen, dass Nassfutter für die Vierbeiner die bessere Wahl ist.

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Trockenfutter oder Nassfutter: Was macht das für ein Unterschied?

Das Nassfutter enthält einen wesentlich größeren Anteil an Wasserinhalt und deckt somit auch den Flüssigkeitsbedarf des Hundes, da diese Tiere tagsüber normalerweise wenig trinken. Zusätzlich beinhalten schon kleine Mengen an Trockenfutter sehr viel Energie. Bei Nassfutter müsste dein Hund mindestens die doppelte Menge an Nahrung einnehmen, um diesen Energieinhalt zu erreichen. Daher ist eine normale Portion an Nassfutter geeigneter. Ferner dient es auch dazu, sein Gewicht zu kontrollieren. Dies ist vor allem bei den Hunden wichtig, die zum Übergewicht neigen oder gern viel Liegen, statt den ganzen Tag über zu laufen. Zusätzlich hat dieses Futter auch einen natürlicheren Geruch und Geschmack. Daher bevorzugen es Hunde. Ferner ist die Textur auch weicher und leichter zu verdauen.

Fertigfutter zu kaufen ist natürlich einfach und spart Zeit. Jedoch gibt es noch eine andere Alternative, um deinem Hund die richtige und gesunde Kost zu bieten, die er benötigt. Hierbei handelt es sich darum, die richtigen Lebensmittel zu kaufen und für dein Haustier selbst zu kochen. Somit kontrollierst du die entsprechende Nahrung und gibst deinem Hund das, was er wirklich braucht, um ein gesünderes Leben zu führen, ohne künstliche Zutaten oder Konservierungsstoffe.

Selber kochen ist die gesündeste Nahrung und der beste Weg deinem Hund zu beweisen, wie viel er dir Wert ist. Wenn du ihn schonst, tust du nicht nur ihm und seiner Gesundheit einen Gefallen, sondern auch dir selbst. Denn dadurch kannst du über mehrere Jahre seine Gesellschaft genießen.

Hierzu solltest du dir auch unbedingt den Artikel über Innereien durchlesen und warum sie so wichtig in der Hundeernährung sind.

Welche Lebensmittel sind zu beachten?

Da Hunde allgemein gern Fleisch essen, stehen Rindfleisch und Hühnerbrust an erster Stelle, da sie jeweils 49 mg /100 g und 55 mg /100 g an Purininhalt vorweisen. Das Kalbsherz enthält 89 mg Purin pro 100 g. Muskelfleisch enthält allgemein sehr wenig Purin, daher ist es ebenfalls für dein Hund geeignet.

Gemüse gehört auch zu der Diät. Die meisten Sorten sind sehr purinarm, da sie zwischen 0 und 35 mg auf 100 g aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel Salatgurken, Gemüsepaprika, Zwiebeln, Ingwerknolle, Kopfsalat, Tomaten, Karotten, Sauerkraut, Auberginen, Chinakohl oder Weißkraut. Die Auswahl an geeigneten Gemüsesorten ist sehr groß, jedoch gibt es auch ein paar wenige, welche du auslassen solltest. Diese sind Rosenkohl, Erbsen, Spargel und Spinat. Zusätzlich sollte mit beachtet werden, welche besser roh oder gegart verabreicht werden sollten.

Zur korrekten Hundenahrung gehört auch Obst. Da verfügst du ebenfalls über eine große Auswahl, die dein Hund problemlos einnehmen kann. Dazu gehören zum Beispiel Äpfel, Birnen, verschiedene Sorten von Beeren, Ananas, Aprikosen, Honigmelonen, Pfirsiche, Bananen und Avocado.

Lies dir hierzu unbedingt unseren Ratgeber über Obst & Gemüse für den Hund durch!

Da aber nicht jeder die Zeit dafür findet, täglich selber zu kochen, ist das Nassfutter die richtige Wahl. Aber achte immer auf den Inhalt der Kost und ob die Zutaten jeweils die richtigen sind, damit dein Hund die entsprechende Nahrung erhält, die sich seiner Situation anpasst.

Leidet dein Hund unter Leishmaniose, so reduziert sich die korrekte Ernährung, die sich aus Gemüse, Obst und Muskelfleisch oder Hühnerbrust ohne Haut zusammensetzt. Zusätzlich sollte der Vierbeiner genügend Wassertrinken. Denn werden die Harnwege wenig belastet und genügend gereinigt, so kann auch die medikamentöse Behandlung reduziert und manchmal sogar komplett abgesetzt werden. Dabei geht es hauptsächlich darum, den Inhalt der Harnsäure auf natürlichem Wege zu reduzieren.

Der Hund braucht außerdem Bewegung

Achte auch darauf, dass er genügend Bewegung bekommt, damit die Kalorien abgebaut werden. Synthetische Zusatzstoffe oder unnötige Medikamente, welche nur die Organe belasten, sollten von der Diät ausgeschlossen werden.

Eine purinarme Diät ist Erziehungssache und will gelernt werden. Dabei leistet dir dein Tierarzt Hilfestellung, indem er dir die nötige Information gibt, damit dir dein geliebtes Haustier noch lange Jahre über Gesellschaft leistet. Jedoch kann man diese Krankheit auch in vielen Fällen vermeiden, wenn du deinen Hund rechtzeitig Impfen lässt.

Dein Hund wird dir stets für deine Pflege dankbar sein.