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Parodontitis beim Hund: Ursachen, Symptome & richtige Ernährung

Parodontitis ist beim Hund keine seltene Erkrankung. Probleme mit dem Zahnhalteapparat kommen sehr häufig vor. Wie auf vielen Seiten von Tierzahnärzten zu lesen ist, sind rund 80 Prozent der über 6-jährigen Hunde von parodontalen Veränderungen betroffen. Als Folge können Herz-, Nieren- und Lebererkrankungen auftreten.

Was bedeutet Parodontitis beim Hund?

Parodontitis ist eine Zahnbettentzündung, die durch Bakterien ausgelöst wird. Das Zahnbett ist die Verbindung von Zahn und Kiefer. Es setzt sich aus Bindegewebe, Kieferknochen und Zahnfleisch zusammen. Umgangssprachlich ist von Parodontose beim Hund die Rede. Allerdings handelt es sich bei Parodontose um einen degenerativen Alterungsprozess des Zahnhalteapparates, während Parodontitis ein infektiöser Prozess ist.

Welche Ursachen führen zu Parodontitis beim Hund?

Lange war man der Ansicht, dass Zahnfleischentzündungen die Ursache für parodontale Erkrankungen seien. Mittlerweile ist belegt, dass Parodontitis durch Plaque entsteht. Plaque sind Bakterien im Zahnbelag, die sich im gesamten Organismus ausbreiten können. So kann eine Parodontitis zu entzündlichen Veränderungen im Herzmuskel, in der Leber und in den Nieren führen. In Einzelfällen sind bereits Milchzähne betroffen. Bei vielen Hunden beginnt die Parodontitis mit zwei Jahren.

Wie erwähnt sind Bakterien des Zahnbelags für die Entstehung der Entzündung verantwortlich. Hunde riechen an allem Möglichen, sodass jeden Tag neue Bakterien in die Mundhöhle gelangen. Bei einer sauberen und gesunden Mundhöhle stellen die Bakterien kein Problem dar. Entwickelt sich jedoch Zahnbelag, können die Bakterien in den Plaque-Schichten bestens gedeihen. Aufgrund der Bakterien und deren Stoffwechselprodukten kommt es zu Schäden am Parodontalapparat. Das Zahnfleisch lockert sich, wodurch die Stoffwechselprodukte und die Bakterien weiter zur Wurzel vordringen. Somit bilden sich ebenfalls auf der Oberfläche der Wurzel Zahnstein und Beläge. Die Folge: Es entwickeln sich tiefe Taschen und es kommt zur Entzündung des Kieferknochens und des Zahnfleisches.

Zahnprobleme beim Hund – 11 Symptome bei Parodontitis

Das Problem bei Parodontitis ist der schleichende Prozess. Aus diesem Grund erkennen Hundehalter erst spät, dass ihr Hund Beschwerden hat. Es gibt Phasen, in denen der Hund Schmerzen hat und schmerzfreie Phasen. Das macht die Diagnose nicht einfach. Wenn du folgende Anzeichen bei deinem Vierbeiner bemerkst, solltest du ihn von einem Tierzahnarzt untersuchen lassen:

  • Dein Hund spielt weniger oder gar nicht mehr
  • Er empfindet das Streicheln am Kopf als unangenehm, obwohl er es sonst gerne mochte
  • Dein Vierbeiner hat Maulgeruch
  • Du bemerkst – meistens einseitigen – Nasenausfluss
  • An den Zähnen bildet sich Zahnstein und Zahnbelag – erkennbar an einer dicken, braunen Schicht
  • Das Zahnfleisch ist gerötet
  • Das Zahnfleisch geht zurück
  • Es tritt immer wieder Zahnfleischbluten auf
  • Durch die Entzündung erscheinen Schwellungen am Knochen
  • Dein Hund reibt häufig seine Schnauze an Wände oder Möbel
  • Das Tier reibt öfter mit den Pfoten an seinem Maul

Hunde versuchen in der Regel Schmerzen zu vertuschen. Dein treuer Freund wird somit weiterhin sein Futter essen, bis die Schmerzen unerträglich werden. Weil hartes Futter mehr Schmerzen bei einer Entzündung verursacht, kann es sein, dass dein Hund sein Futter verweigert und stärker speichelt. Die Bakterien gelangen in die Blutbahn und verteilen sich auf andere Organe. Sie können bleibende Schäden an Herz, Nieren und Leber hinterlassen.

12. August 2022

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Behandlung von Parodontitis bei Hunden

Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto geringer ist die Chance auf eine Gesundung der Mundhöhle. Bei Hunden sind irreversible Schäden des Zahnhalteapparates schneller als beim Menschen erreicht. Zudem gibt es verschiedene Formen von Parodontitis. Bei der aggressiven Variante ist der Belag eher gering, aber die Zerstörung schreitet schnell voran. Die nekrotische Parodontitis ist mit dem Absterben des Kieferknochens verbunden.

Generell ist es mit einer Zahnreinigung nicht getan, denn das Problem liegt tiefer. Deshalb müssen sowohl die Zahnkrone als auch die Zahnwurzel gesäubert werden. Ist der Zahnhalteapparat komplett zerstört, wird der betroffene Zahn gezogen. Es gibt Maßnahmen, um die zerstörte parodontale Struktur wiederherzustellen. Diese sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn du bei deinem Hund eine gute Mundhygiene durchführst und ihm regelmäßig die Zähne putzt.

Wie kann ich Parodontitis bei meinem Hund vorbeugen?

Regelmäßiges Zähneputzen ist eine Maßnahme, gegen übermäßigen Zahnstein vorzugehen. Bei manchen Hunden besteht jedoch eine genetisch bedingte Neigung zur Zahnsteinbildung. Zum Beispiel sind kleine Hunde aufgrund der kleinen Form von Kopf und Kiefer oft betroffen. Dadurch liegen die Zähne zu eng aneinander, sodass sich in den schmalen Zwischenräumen Reste vom Futter ansammeln. Dort kommst du mit einer Zahnbürste nicht hin. Darüber hinaus begünstigt die Mundflora von kleinen Hunden oftmals die Entwicklung von Zahnstein. Es ist dir zu empfehlen, die Zähne deines Hundes regelmäßig untersuchen zu lassen.

Des Weiteren kann zu wenig Bewegung Zahnstein fördern. Ein aktiver Hund, der genügend Bewegung erhält, hechelt mehr. Dadurch kommt es zur vermehrten Speichelbildung und der Speichel reinigt zusammen mit der Zunge die Maulhöhle. Bakterien können sich ebenfalls leicht vermehren, wenn dein Hund zu wenig trinkt und seine Maulhöhle zu trocken ist.

Die Rolle des Hundefutters bei Zahnproblemen

Das Hundefutter spielt ebenfalls eine Rolle. In minderwertigem Futter stecken meistens Zucker und weitere Inhaltsstoffe, die Zahnbelag und Karies fördern. Deshalb ist dir zu einem gesunden Hundefutter aus natürlichen Zutaten in Lebensmittelqualität zu raten. Oft wird behauptet, Hunde sollten besser Trocken- als Nassfutter erhalten, weil die Kroketten Zahnstein verhindern. Dafür gibt es keine Belege, zumal Hunde ihr Futter nicht durchkauen, sondern größtenteils schlingen. Vielmehr kommt es auf den Inhalt und die Qualität des Hundefutters an. Bietest du deinem Hund Snacks an, solltest du auf gesunde Kauartikel wie getrocknete Haut oder getrocknetes Fleisch achten.

Weitere Möglichkeiten, um Zahnstein vorzubeugen

Hüttenkäse soll sich als Prophylaxe gegen Plaque bewähren. In dem Käse befinden sich Peptide mit antibakterieller Wirkung. Gegen eine Zahnfleischentzündung beim Hund hilft ebenfalls Kokosöl. Das Öl enthält Laurinsäure, die Bakterien abtötet. Wir möchten dir vor allem die Nahrungsergänzung Pro Dentax empfehlen, die gegen Zahnstein und Zahnbelag wirkt. Der Seealgenmix erhöht während der Aufnahme von Futter die Enzymanzahl. Die Enzyme sorgen für den Abbau von Zahnbelag und Zahnstein.

FAQ Parodontitis beim Hund

In der Regel werden lockere Zähne gezogen, da sie nicht wieder fest werden.

Im Handel gibt es spezielle Zahnbürsten und Zahnpasta für Hunde. Falls dein Hund das Zähneputzen noch nicht kennt, ist ein Fingerling empfehlenswert. Du stülpst dir den Fingerling über den Finger und putzt deinem Hund damit die Zähne. Damit lassen sich die meisten Vierbeiner die Zahnpflege gefallen. Des Weiteren solltest du für die Zahnpflege ein gesundes, hochwertiges Futter füttern und deinem Hund gesunde, natürliche Snacks geben.

Die meisten Hunde zeigen Schmerzen erst sehr spät an. Werden die Zahnschmerzen zu stark, lässt dein Hund Kausnacks liegen. Er spielt nicht mehr gerne und wirkt allgemein lustlos. Bei starken Schmerzen verweigert er sein Futter oder kaut nur noch auf einer Seite an Snacks und ähnlichem. Der Hund speichelt stärker und reibt sein Maul an Möbelstücke oder andere Gegenstände. Des Weiteren trifft oftmals Maulgeruch auf.

Parodontitis entwickelt sich durch Bakterien im Zahnbelag (Plaque).

Da sich Parodontitis schleichend entwickelt, ist eine Parodontitis vom Hundehalter erst zu erkennen, wenn der Hund bereits stärkere Schmerzen hat. Außerdem wechseln sich schmerzfreie und schmerzhafte Phasen ab. Bei folgenden Anzeichen solltest du deinen Hund vom Zahntierarzt untersuchen lassen:

  • Die Spiellust deines Vierbeiners nimmt ab
  • Dein Hund riecht unangenehm aus dem Maul
  • Er möchte nicht mehr am Kopf gestreichelt werden
  • Dein Vierbeiner hat einseitigen Nasenausfluss
  • Das Zahnfleisch geht zurück und ist gerötet
  • Auf den Zähnen bildet sich eine bräunliche, dicke Schicht
  • Es kommt wiederholt zu Zahnfleischbluten
  • Dein Hund reibt häufig mit seinen Pfoten am Maul
  • Er geht mit der Schnauze an Möbeln oder Wänden entlang
  • Später kann es zu starkem Speicheln (Anzeichen für Schmerzen) und Futterverweigerung kommen.

Wenn Parodontitis bereits weit fortgeschritten ist, sind die Schäden des Zahnhalteapparates oftmals irreversible. In der Regel muss eine Reinigung der Zahnkrone und der Zahnwurzel erfolgen. Ist die Zerstörung des Zahnhalteapparates zu groß, wird der Zahn gezogen.

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