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Mein Hund zieht an der Leine – wie kann ich das unterbinden?

Ein Spaziergang mit deinem Hund sollte der süßen Fellnase, genauso wie auch dir Spaß machen. Wenn aber der Vierbeiner nur an der Leine zieht, wird der tägliche Ausflug eher zum stressigen Übel. Gerade bei großen und schweren Hund sind viele Besitzer hilflos und müssen mit ihrem vollen Gewicht dagegenhalten, damit er sie nicht auch noch hinterherschleift.

Um etwas dagegen unternehmen zu können, musst du zunächst einmal feststellen, warum es überhaupt so weit kommt, dass der Hund so rigoros an der Leine zieht. Ist es ein Fehler deinerseits? Durchlebt der Kleine gerade seine Pubertät und verhält er sich daher etwas ungehobelt?

Die häufigsten Gründe dafür, dass der Hund an der Leine zieht

  • Es wird eine falsche Leine verwendet.
  • Der Hund ist noch ein junger Welpe und steckt voller Energie.
  • Er ist ein unausgelastetes Energiebündel und bräuchte mehr Beschäftigung.
  • Dein Hund fühlt sich für dich verantwortlich und möchte den Ton angeben.

Manche Rassen benötigen einfach mehr Bewegung und Aktivität als andere. Das gilt zum Beispiel für Huskys, Golden Retriever oder einen Irish Setter. Bei ständigen Zerren könnte also der nicht ganz so optimale Lebensalltag des Hundes die Ursache sein. Vorausgesetzt natürlich, er ist ansonsten gut erzogen und beginnt nur an der Leine geführt ein entsprechendes Temperament zu zeigen.

22. Oktober 2021

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Schrittweise zum Erfolg – so gewöhnst du ihm das ab

Belohnungen helfen am besten dabei, dem Hund ein Stopp-Signal zu geben. Etwa, wenn sich der Hund hinsetzt und auf seinen Besitzer wartet. Oder dass er zurückkommt und dadurch aufhört, zu ziehen. Erledigt er das korrekt, gibt es ein Leckerli. So verbindet er das direkt mit etwas Positivem und mit der Zeit zieht er dann gar nicht mehr.

Nutze die richtigen Accessoires – Brustgeschirr und Leine ohne Zugseil

Nicht immer bedeutet das Ziehen, dass es dem Hund nicht schnell genug gehen kann. Manchmal ist auch einfach die Leine so schwer, dass der Hund das Gefühl hat, zurückgezerrt zu werden, wenn er nicht genug Kraft dagegen aufbringt. Das wirkt sich stärker aus, wenn er ein Halsband trägt, da der Hals seine restliche Körperhaltung maßgeblich beeinflusst. Ein Brustgeschirr animiert den Hund dadurch oft dazu, weniger zu zerren, weil es das Tier nicht in seiner Bewegung einschränkt und ihm auch nicht das Gefühl davon vermittelt.

Meist kommt es aber nicht (nur) vom Halsband, sondern erst von der Leine, dass das Tier in einer Tour daran zu ziehen beginnt. Zugleinen, die über ein sich automatisch aufrollendes Seil verfügen (auch Flexi- bzw. Flexleinen genannt), verfügen an jenem Ende, das am Hund befestigt wird, über eine entsprechende Zugkraft. Am anderen Ende muss der Kaltschnauzer so weit entgegenwirken, dass er noch gemütlich spazieren kann – er beginnt also zu ziehen. Zwischen einem manuellen Zug von dir und dem Aufrollen der Leine kann er nicht unterscheiden. Das verstärkt das Problem dann nur noch.

Eine ganz normale, elastische Hundeleine stellt einen guten Ersatz dar. Wenn diese durchhängt und nicht am Anschlag zieht, ist das übrigens auch die optimale Spaziergeschwindigkeit für eure gemeinsamen Gassirunden! Solche Leinen bieten dir den Vorteil, dass das Tier noch etwas Bewegungsfreiheit hat, wenn es mit einem Artgenossen zusammentrifft oder in der Wiese neben ihm etwas spannend duftet. Allerdings solltest du trotzdem darauf achten, dass die Leinenlänge nicht immerzu ausgereizt wird. Besonders, wenn der Hund lossprintet, wird er sonst irgendwann einen groben Ruck spüren, dessen Auswirkungen sich Tage, Wochen oder gar erst Monate später zeigen könnten. Es fördert das Risiko zu einem Bandscheibenvorfall, genauso wie Fehlhaltungen des Körpers. Kann das Tier stets die volle Leinenlänge ausnutzen, bleibt kein Spielraum mehr dafür, wenn er sich erschreckt oder er aus einem anderen Gefühl heraus nach vorne springt. Dementsprechend sollte die Leine stets durchhängen und nicht straff sein.

Dein Hund muss verstehen, dass die Führung bei dir liegt

Es bedarf ein entsprechendes Feingefühl, wenn man mit dem Hund spazieren geht. Auf der einen Seite sollte man sich schließlich auf den Bewegungsdrang des Tieres verlassen und dabei nicht vorgeben, wie lang oder wohin er zu laufen hat. Aber auf der anderen Seite darf der Vierbeiner dadurch nicht das Gefühl bekommen, dass er die Führung übernommen hat. Es genügt bereits, ihn immer wieder an die einstudierten Signale zu erinnern – Halt, Stopp, Hier entlang und so weiter – damit er merkt, dass es ein Entgegenkommen seitens des Besitzers ist, den Weg auszuwählen. Wird er dazu aufgefordert, umzukehren, tut er dies dann trotzdem. Diese Grunderziehung ist auch dann wichtig, wenn es um das Ziehen an der Leine geht.

Als Rudelführer zieht und zerrt er nämlich, denn er fühlt sich für seinen Menschen verantwortlich und muss ihm zeigen, wo es langgeht. Fällt dir bei deinem Hund dieses spezielle Verhalten auf, musst du ihn geduldig daran heranführen, dass er stattdessen darauf achten muss, was du tust. Bleibst du stehen, hat er zu warten. Schlägt er eine andere Richtung ein, muss der Hund folgen – auch, wenn er sonst die Abzweigungen bestimmen darf.

Eine gute Übung ist es, einfach ganz unvorhersehbar und spontan die Richtung zu wechseln oder auch verschiedene Formen zu laufen. Das Unendlichkeitszeichen um zwei Bäume herum zu formen ist zum Beispiel eine Option. Der Hund folgt und lernt, auf seinen Besitzer Acht zu geben. Das beschäftigt ihn so, dass er gar nicht erst dazu kommen wird, an der Leine zu ziehen.

Natürlich sollte in jedem Fall Rücksicht auf den Hund genommen werden, wenn er soeben sein Geschäft verrichtet oder sich anderweitig entleert. Aber das dürfte selbstverständlich sein.

Ein Trick 17 für die ganz hartnäckigen Leinenzieher

Auch eine gute Möglichkeit, den Hund dazu zu bewegen, mit dem Ziehen aufzuhören: Es stoppt einfach alles, sobald er damit anfängt. Es braucht ausreichend Zeit und entsprechende Konsequenz.

Jedes Mal, wenn der Hund zu weit vorne ist, bleibst du stehen und wartest. Du sagst nichts, beobachtest nur deinen Hund, damit er von selbst lernt, dass er sich in diesem Moment falsch verhält. Beginnt er nun zu ziehen, weil er möchte, dass es weitergeht, bewegst du dich trotzdem keinen Millimeter. Erst dann, wenn dein Hund zurückkommt und die Leine wieder locker wird, setzt ihr beide den Spaziergang fort.

Zu beachten ist hierbei allerdings, dass sie für Welpen nur bedingt geeignet ist. In diesem Alter lernen die Hunde ohnehin so viele neue Dinge, dass die Botschaft der Lektion wohl gar nicht so ankommt, wie sie soll. Du kannst ab einem Alter von rund einem Jahr damit beginnen, denn dann hat er nach seinem letzten großen Entwicklungsschub ausreichend Konzentration für dich übrig.

No Go’s: Das darfst du niemals tun!

Beginnen wir gleich mit dem unangenehmen Thema. Wie sehr auch das Ziehen an der Leine des Hundes Nerven mag, eines sollte auf gar keinen Fall getan werden: Durch Gewalt jedweder Art den Hund in die richtige Richtung zu ziehen! Dadurch könnten ansonsten die Halswirbelsäule und auch der Kehlkopf verletzt werden. Auch durchaus schmerzhafte Verspannungen können die Folge sein.

Manchmal brauchen Hunde einfach ein wenig Zeit, bis sie etwas verstanden haben. Daher musst du geduldig mit deinem lieben Haustier sein. Es mag womöglich etwas dauern, aber jeder Hund ist mit entsprechender Zuwendung dazu in der Lage, sich üble Gewohnheiten abzugewöhnen. Dabei hilft es, dir immer im Hinterkopf zu behalten, dass er diese Unarten nicht aus bösem Willen heraus angefangen hat, sondern es immer einen Grund dazu gab. Letzten Endes kennst du deinen Hund besser, wie jeder andere und weißt daher, welche Methode es braucht, um ihm das Ziehen an der Leine abzugewöhnen.